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ENDOKRINOLOGIE

 

Endokrinologie - Hormone und Stoffwechsel

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen. Hormone bilden neben dem Nervensystem das wichtigste System, mit dem Organe und Körperfunktionen gesteuert werden. Hormone sind Botenstoffe des Körpers und beeinflussen in vielfältiger Weise Stoffwechselvorgänge im gesamten Körper.

Als Teilgebiet der Inneren Medizin befasst sich die Endokrinologie mit den Erkrankungen und Fehlsteuerungen der hormonbildenden Organe. Hormonbildende Organe sind die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die Nebennieren, die Geschlechtsdrüsen (Hoden und Eierstöcke) und die Bauchspeicheldrüse. Auch die Blutbildung und das Immunsystem werden hormonell gesteuert.

Hormonstörungen können manchmal sehr unspezifische Beschwerden auslösen, so dass es oft sehr kompliziert ist, die richtige Diagnose zu stellen. Patienten haben dadurch oft einen langen Leidensweg hinter sich, bis die richtige Diagnose und Therapie gefunden ist. Typische Beschwerden, die Patienten häufig zum Endokrinologen führen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, oder -abnahme, Ausbleiben der Regelblutung, Änderungen der Körperbehaarung, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Schwitzen, Herzrasen oder Hitzewallungen, um nur einige Symptome zu nennen. Hinter diesen Beschwerden kann sich eine Hormonstörung verbergen, es können sich aber auch andere Gesundheitsstörungen, wie z.B. Depressionen, chronische Erkrankungen verschiedenster Ursachen oder entzündliche Erkrankungen verbergen.

Manche Hormonstörungen können aber auch mit spezifischen und typischen Symptomen einhergehen. So kommt es zum Beispiel beim Morbus Basedow, einer Erkrankung der Schilddrüse, zu einer Kombination der typischen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen, innerer Unruhe, Gewichtsabnahme in Kombination mit Augenveränderungen wie Hervortreten der Augäpfel (Exophthalmus), Augenbrennen, -drücken, -tränen und -schmerzen.

Bei der Akromegalie, einer Erkrankung, die durch eine vermehrte Produktion von Wachstumshormon bedingt ist, kommt es zur Vergrößerung von Händen, Füßen, Kinn und Lippen und Erkrankungen der inneren Organe.

Beim Cushing-Syndrom, welches durch eine vermehrte Cortisolproduktion bedingt ist, kommt es unter anderem zur Zunahme von Bauchfett, Abnahme der Muskelmasse und Muskelschwäche, roten Streifen am Bauch, gehäuften Infekten, Ausbleiben der Periode und vermehrter männlicher Behaarung bei Frauen.

 

 

Erkrankungen der Schilddrüse

Kaum ein Organ beeinflusst unser Leben so sehr wie die Schilddrüse. Die gesunde Schilddrüse eines Erwachsenen wiegt zwischen 18 und 25 g. Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) und Calcitonin, die Funktionen vieler Organe im Körper und den Grundumsatz beeinflussen. 

  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) mit Knoten (Struma nodosa) und ohne Knoten (Struma diffusa)

  • Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

  • Unterfunktionen der Schilddrüse (Hypothyreose)

  • Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis)

  • Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Morbus Basedow)

  • Schilddrüsenkrebs (Struma maligna)

 

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüsen produzieren Parathormon, das den Calciumstoffwechsel reguliert.

  • Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) beispielsweise durch einen gutartigen Tumor der Nebenschilddrüse.

  • Unterfunktion der Nebenschilddrüse, die nach radikalen Schilddrüsenoperationen auftreten kann

  • Störungen des Calciumstoffwechsels

  • das Hormon der Nebenschilddrüse (Parathormon) ist mit Vitamin D ein wichtiger Regulator des Kalziums im Körper

 

Erkrankungen der Nebennieren

Die Nebennieren produzieren in der Rinde das Stresshormon Cortisol, das Blutdruck-regulierende Hormon Aldosteron und das DHEA. Im Nebennierenmark werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gebildet.

  • Unterfunktion der Nebennieren nach Autoimmunentzündungen (Morbus Addison), nach schweren Unfällen, nach Operationen oder durch Unterfunktion der Hirnanhangdrüse

  • hormoninaktiver Tumor der Nebenniere (Inzidentalom)

  • Überfunktion der Nebennierenrinde, beispielsweise durch Tumore, die zur Überproduktion von Aldosteron (Conn-Syndrom) oder Cortisol (Cushing-Syndrom) führen.

  • Überfunktion des Nebennierenmarks durch einen Tumor (Phäochromozytom)

  • Stoffwechselstörungen der Nebenniere durch Enzymdefekte (adrenogenitales Syndrom)

 

Erkrankungen der Geschlechtsdrüsen (Gonaden)

Die Eierstöcke (Ovarien) sind für die Produktion der weiblichen Hormone Östradiol und Progesteron und der Eizellen zuständig.

  • hormonelle Beurteilung der Eierstöcke bei Zyklusstörungen oder Unfruchtbarkeit

  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom)

  • Beeinflussung der weiblichen (und männlichen) Hormone durch eine Nebennierenerkrankung (adrenogenitales Syndrom)

  • Beeinflussung der weiblichen (und männlichen) Hormone durch eine Chromosomenstörung (Turner Syndrom (45 X/0 Frauen))

 

Die Hoden sind für die Produktion von Testosteron und der Spermien verantwortlich.

  • Testosteronmangel durch Störung der Hoden oder der Hypophyse

  • Adrenogenitales Syndrom

  • Klinefelter Syndrom (XXY Männer)

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Erkrankungen der Knochen (Osteoporose)

Die Sexualhormone (Östrogene und Testosteron) wirken sich positiv auf den Knochen aus, indem die Funktion der Knochenfresszellen (Osteoklasten) gezügelt wird und das Stoffwechselgleichgewicht im Knochen günstig beeinflusst wird. Durch verschiedene Erkrankungen, zum Beispiel Entzündungen oder Operationen an Eierstöcken oder Hoden; Magersucht (Anorexie), schwerer Alkoholmissbrauch, extreme körperliche Belastungen wie bei Hochleistungssportlern in Ausdauersportarten und besonderen Behandlungen (Antihormontherapien bei Brust- oder Prostatakrebs, Chemotherapien gegen diverse Krebserkrankungen) kann es zu einem frühzeitigen Verlust der Geschlechtshormone kommen, woraus eine Osteoporose mit Knochenbrüchigkeit auch in jüngerem Lebensalter auftreten kann.

 

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

In der Bauchspeicheldrüse werden die Hormone Insulin und Glukagon produziert.

  • Erkrankungen der Insulinproduktion: Diabetes mellitus

  • Überproduktion von Insulin: Insulinom

  • seltene endokrine Tumore, z.B. Glukagonom

Adipositas (krankhaftes Übergewicht)

 

Einige Chromosomenerkrankungen, die zu Veränderungen der Hormone führen

  • Turner Syndrom (X/0) Frauen

  • Klinefelter Syndrom (XXY) Männer

 

Gynäkomastie (Ausbildung der weiblichen Brust beim Mann)

  • hormonelle Abklärung